
Für den neuen Hauptsitz der VNG AG wurde ein Ideenwettbewerb ausgelobt. Den teilnehmenden Teams aus Projektentwicklern und Architekten war neben dem Standort Leipzig lediglich eine langfristige Anmietung vorgegeben. Entsprechend reichten sie unterschiedliche Grundstücksangebote und architektonische Konzepte ein.
Der Entwurf von GHP sieht vor, das geplante Hochhaus baulich vom siebengeschossigen Blockrand zu separieren und lediglich über einen zweigeschossigen Sockel zu verbinden. Dadurch wird der städtebauliche „Torgedanke“ klar herausgearbeitet. Der tropfenförmige Grundriss nimmt verschiedene Baufluchten auf und erzeugt insbesondere in südlicher Richtung eine markante, dynamische Wirkung. Zugleich unterstützt diese Konfiguration die effiziente Umsetzung des Raumprogramms sowie der sicherheitstechnischen Anforderungen der VNG AG.
Der erweiterte Sockel definiert eine prägnante Gebäudekante zum Erschließungsplatz, der den Auftakt des geplanten Energie Campus Leipzig bildet. Von hier aus erschließen drei klar ablesbare Zugänge das Hochhaus, den Blockrand sowie das Bestandsgebäude. Öffentliche Nutzungen sind im Sockel angeordnet, während sich die Büroflächen im Turm und teilweise im Blockrand befinden.
Das Gebäude basiert auf einem Achsraster von 1,35 Metern und ermöglicht mit Mieteinheiten von bis zu 400 m² ein hohes Maß an Flexibilität sowie Erweiterungsperspektiven für den Campus. Die grau eloxierte, reliefartige Fassade aus recyceltem Aluminium verleiht dem Ensemble eine einheitliche, zeitgemäße Anmutung. Gleichzeitig gewährleistet das Fassadensystem eine effiziente Montage und einen geringen Wartungsaufwand.
Nachhaltigkeitsaspekte wie die Reduktion des Primärenergiebedarfs und der CO₂-Emissionen wurden ebenso berücksichtigt wie die Voraussetzungen für Zertifizierungen nach DGNB und LEED. In technischer Hinsicht erfüllt das Hochhaus hohe Anforderungen an Wärme-, Sonnen-, Schall- und Lüftungsschutz. Dies wird unter anderem durch außenliegende Verschattungssysteme, Dreifachverglasung, natürliche Lüftungsmöglichkeiten sowie optional zweischalige Fassadenlösungen sichergestellt.






